Frühsommer!

Seit Wochen schon nur schönes Wetter! Sonne satt und keinen Regentropfen über fast 10 Wochen. Unbelievable! Alle Leute sind entspannt und gut drauf. Wirklich alle? Nein! Eine kleine Schar unbeugsamer Gärtner sehnt sich nach finsteren regenschweren Wolken, nassem Asphalt und schlammigen Gartenpfaden.

Alle übrigen treiben serotoningesteuert durch den sonnigen Alltag. Deutschland bekommt plötzlich einen Hauch von mediterranem Lebensgefühl. Ein bisschen californian Dreaming in Rheinhessen.

Ich muss schon sagen, Gott hat das prächtig eingerichtet – das mit der Hormonauschüttung bei Sonnenschein. Fast ein bisschen wie eine Gewinnausschüttung im Lotto. Kaum scheint die Sonne, sind die Menschen besser drauf. Man lächelt sich an und hat einfach gute Laune. Völlig grundlos. Schuld sind die Serotonine. Macht aber Spaß!

Man kann sagen was man will: es lebt sich einfach angenehmer bei schönem Wetter. Blauer Himmel, grüne Wiesen und Weinberge, alles ist irgendwie schöner, wenn die Sonne scheint. Man kann hier und da schöne Aussichten genießen, denn die weibliche Schokoladenseite der Krönung der Schöpfung ist nicht mehr bis zur Unkenntlichkeit in dicke Klamotten verpackt. Es lebt sich wirklich besser im Frühsommer. Meist ist es noch nicht so heiß und drückend wie im Hochsommer und die Erinnerung an die Winterkälte ist noch so präsent, dass man das Licht, die Wärme und das Aufblühen der Natur wirklich zu schätzen weiß.

Klar – Regen ist auch wichtig. Keine Frage. Aber um Regenwetter gut zu finden, muss man schon den Verstand bemühen und an all die Pflänzlein denken, die ja auch Durst haben, wie meine Mutter früher immer sagte. Wenn ich ehrlich bin, würde ich lieber ne Flasche Sprudel in die Erdbeeren kippen, als drei Tage Regenwetter zu erdulden. Lieber pumpe ich meiner Frau – die als begnadete Gärtnerin zur oben angeführten Minderheit gehört – dreimal die Woche mit der Handpumpe eine Regentonne voll mit Wasser, als dass ich mich nach dem typischen deutschen Sommer sehne.

Aber zum Glück habe ich keinen Einfluss darauf. Egal, ob ich mich dran erfreue, oder ob ich dauernd übers Wetter schimpfe – ich muss es nehmen wie es kommt. Und das ist gut so, denn so wird mir klar, dass es immer noch eine ganze Menge Dinge gibt, die außerhalb menschlichter Machbarkeitsfantasien allein in der Hand dessen liegen, der die ganze Chose mit allem drum und dran und mir mittendrin einmal aus dem Nichts heraus werden lies. Das zeigt mir immer wieder deutlich, dass es einen gibt, der größer ist als alles was mit zustoßen kann.

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